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Nürnberger Institut für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts e.V.

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Die Geschichte des Instituts

Anfang 2001 wurde das "Nürnberger Institut für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts e. V." gegründet und nahm seine wissenschaftliche Arbeit auf. Initiatoren waren die beiden Historiker und Journalisten Jim G. Tobias und Peter Zinke, die bereits ein Jahr zuvor ihr gemeinsames Buch "Nakam – Jüdische Rache an NS-Tätern" (1. Auflage Hamburg 2000, 2. Auflage Berlin 2003) vorgelegt hatten.

Neben der Erforschung des Nationalsozialismus und seine Auswirkungen auf das europäische Judentum stehen Untersuchungen zur jüdischen Geschichte des 20. Jahrhunderts im Fokus der Arbeit. Ein Schwerpunkt dabei ist die Vermittlung des Neubeginns nach der Shoa: Darstellung von Juden als politisch handelnde Menschen, die den Aufenthalt in den Displaced Persons Camps als Vorbereitung auf ihre Zukunft im eigenen Staat ansahen.

Zahlreiche Begegnungen mit Zeitzeugen in Deutschland, Israel, Österreich, Australien sowie den USA und Recherchen in nationalen und internationalen Archiven ermöglichten die Produktion von Film-DVDs und Broschüren die auch für den Einsatz im Bildungsbereich geeignet sind. Darüber hinaus veröffentlicht das Institut Bücher, Forschungsberichte, Zeitungsbeiträge und ist an TV-Dokumentationen beteiligt.

Durch die langjährige Erfahrung der Institutsmitarbeiter im Bereich der Oral-History entstanden Kooperationen mit renommierten Einrichtungen wie etwa den jüdischen Museen Berlin, Frankfurt und Fürth. Für diese Institutionen wurden Zeitzeugen-Videos produziert beziehungsweise Filmdokumentationen für Sonderausstellungen zur Verfügung gestellt.

Seit 2002 geben die Institutsgründer alle zwei Jahre "Nurinst – Beiträge zur deutschen und jüdischen Geschichte" heraus, das Projekte des Nürnberger Instituts vorstellt und externen Wissenschaftlern die Möglichkeit eröffnet über unterschiedlichste Aspekte der deutsch-jüdischen Geschichte zu publizieren. Jeder Band stellt(e) ein wissenschaftliches Institut, Museum oder Bibliothek vor (Beth Lochame Haghetaot, Israel; Institut für Antisemitismusforschung, Berlin; Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg; Germania Judaica, Köln; Fritz Bauer Institut, Frankfurt a. M.) und widmet sich einem Schwerpunktthema: 2002 Jüdisches Leben in Fürth, 2004 Zwischen Amnesie und Aufarbeitung – Zur Kultur der Erinnerung; 2006 Fußball, 2008 Entrechtung und Enteignung; 2010 Leben danach – Jüdischer Neubeginn im Land der Täter. Das nächste Jahrbuch erscheint 2012. Da Peter Zinke das Institut im Sommer 2010 auf eigenen Wunsch verlassen hat, übernimmt zukünftig Nicola Schlichting die Mitherausgeberschaft des Jahrbuchs.

2003 erschien eine kommentierte, deutsche Übersetzung des Ponary-Tagebuchs von Kazimierz Sakowicz. Der polnische Journalist hatte von Juli 1941 bis November 1943 das unvorstellbare Grauen an der Massenexekutionsstätte bei Wilna beobachtet und aufgeschrieben. "Protokoll der Hölle" nannte Volker Ullrich von "Der Zeit" das Tagebuch in seiner Rezension: "Ohne Zweifel handelt es sich um eines der wichtigsten und zugleich entsetzlichsten Zeugnisse des Holocaust, die dank einiger glücklicher Umstände auf uns gekommen sind. Die grauenvollen Szenen, die sich vor den Gruben abspielten – sie sind nirgendwo so direkt, aus dem unmittelbar Erlebten und Gehörten beschrieben worden, sofern sich das Inferno überhaupt beschreiben lässt. Die Feder sträubt sich, aus diesem Tagebuch zu zitieren."
Die Erstauflage von "Die geheimen Notizen des K. Sakowicz. Dokumente zur Judenvernichtung in Ponary 1941-1943" war in kürzester Zeit vergriffen. 2005 veröffentlichte der Fischer-Verlag eine Lizenzausgabe in seiner Reihe "Die Zeit des Nationalsozialismus" (Schwarze Reihe).

Auf nationalen und internationalen Konferenzen und Tagungen stellten Instituts-Mitarbeiter regelmäßig ihre neuesten Forschungsergebnisse vor, wie etwa in Wien 2003 "Raub und Restitution in Bibliotheken", Hannover 2005 "Jüdischer Buchbesitz als Raubgut", Ramat Gan (Israel) 2006 "The Jewish Child – Between a Hopeless Past and a Hopeful Future", Würzburg 2007 " Juden in Franken", Irsee (Schwabenakademie) 2009 "Geschichte und Kultur der Juden in Schwaben", Melbourne 2010 "Aftermath: Holocaust Survivors in Australia".

Weitere Informationen über die vielfältigen Aktivitäten des Instituts erhalten Sie auf den Seiten Projekte und Publikationen.

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letzte Änderung:  11.02.2011  webmaster: atg-design
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